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Mittwoch, 22. April 2020

[Qualcomm Certified]BlitzWolf® BW-P6 10000mAh 18W QC3.0 Dual USB Polymer Fast Charging Power Bank - Black

Das ist ja mal ein Titel, oder?

Es war ja vor einiger Zeit "Single-Day" (Novermber 2018 - ja, ich weiß - ist schon etwas länger her) - das ist wohl ein recht interessanter Feiertag in China (glaub ich). Jedenfalls gibt's da viele Elektronikschnäppchen bei den üblichen Verdächtigen. Ich wollte ja schon immer eine Powerbank mit Fast-Charging-Port für kleines Geld.

Nun stieß ich auf Youtube auf ein Mailbag Video von Andreas Spiess, dem mit dem Schweizer Akzent, und er hatte unter seinen Paketen auch genau eine solche Powerbank von banggood. Er hatte sich zu diesem Feiertag eine ganze Kiste voller Gadgets bestellt und diese ausgepackt und kurz vorgestellt.

Also musste ich mir die Powerbank für 18$ natürlich bestellen :-). Nach einer Woche war sie da.






Kompakt, gut verarbeitet. CE, FCC, RHoS ;-). Was will man mehr. Aber: wenn man sie schüttelt rasselt es. Irgendwas fliegt drinnen umher. Mist. Trau ich mich sie trotzdem zum Laden anzuschließen. Nur mal so? Klar :-). Blaue LEDs blinken, lädt, passt. Aber was ist mit dem Taster auf der Seite (wohl der "Ein-Und-Aus-Schalter)? Der geht leer durch, kein Druckpunkt, keine Reaktion. Mir kommt ein Verdacht...

Tja, das ist wohl innen was gebrochen - bestimmt der Grund für das Gerassel. Das ist jetzt aber echt blöd :-(. Wenn ich die Powerbank nur laden, aber nicht anschalten kann, dann ist sie ja für'n... Mal sehen, vielleicht hat sie ja eine Lasterkennung und sie schaltet sich ein, wenn ich was dranhänge. Also Handy (Samsung S7 Edge) dran - gleich an die grüne Buchse - die sollte QuickCharge können (also 9V und 2A -> 18W). Juhu! Klappt! Die Powerbank geht mit Last von selber an. Und das Smartphone meldet Vollzug: Schnelladen erkannt. Schon mal nicht schlecht. Also nicht sofort für die Tonne. Der Taster ist wohl nur, um zu prüfen, wieviel noch drin ist (4 LEDs zeigen das an).

Trotzdem: das Gerassel nervt. Hmm das Ding geht bestimmt total schwer auf und geht dabei kaputt, oder? Ach was, frisch ans Werk. Wenn ich meine Gitarrenplektrons schon nicht zum Gitarre Spielen brauche, sind sie so wenigstens zu was gut ;-). Bloß nicht mit Metallschraubenzieher reinhebeln und *puff*... LiPo-Akku und so ... Das Ding ist zum Glück nicht verklebt, sondern nur gut zusammen geklippst. Oberteil, Unterteil und Rahmen. Aber auch hier sehr gut verarbeitet.


Ordentlich Akku drin *lol*. Sind zwei große Packs parallel. Die 10000mAh könnten also hinkommen. Eine Platine mit zwei Schrauben fixiert. Schön gelötet sieht auch tatsächlich nach bleifrei aus.


Und da sieht man schon das Problem --- der Taster, der rechts unten hingehört "S1" ist abgebrochen. Hat wohl einer beim Quality-Check zu fest draufgedrückt *lol*. Da ist er ja auch der Schlawiner ;-). Na dann müssen wir wohl den Lötkolben auspacken.


Aber damit mir das Ding nicht um die Ohren fliegt, löte ich zuallererst lieber den Akku ab. Dann Taster wieder dranlöten und den Akku auch wieder - passt.



Wenn wir das Ding schon offen haben, dann noch ein Blick auf die Unterseite - schön, oder? Man beachte insbesondere die Gummiabschirmung der LED um ein "bleeding" zu verhindern.


Final nur noch das Plastikteil für die Tasterbetätigung ins Gehäuse einklinken und alles wieder zusammenbauen - fertig und wie neu.


Ich habe die Powerbank seit 2018 im Einsatz. Funktioniert super. Auch das Schnellladen. Messungen zur Kapazität. Strom und Spannung hab ich noch nicht gemacht - das wäre ein Thema für einen weiteren Blogartikel und eine gute Gelegenheit, mein USB Messgerät zu testen.

Noch zur Vollständigkeit: ich habe die Powerbank selbst mit meinem Geld gekauft. Kein Sponsoring ist erfolgt. Der Blogbeitrag ist rein informativ und meine persönliche Meinung und keine Werbung.

Freitag, 29. Januar 2016

Gedankenstürme - oder doch Nachwirkungen der MakeMunich?

Komischer Titel für einen Beitrag, ich weiß. Ich hatte ja schon erwähnt, dass der Besuch der MakeMunich mit Philipp zusammen seine Spuren bei mir hinterlassen hat. Besonders angetan war ich vom bq-Stand, der unter anderem neuen 3D-Drucker Hephestos 2 präsentiert. Verfügbar und erschwinglich, für 850 Euronen... Hat ziemlich gute Kritiken soweit, großes Buildvolume, Auto-Bed-Levelling und als Einsteiger sicherlich interessant und als Highlight war Tom Sanladerer höchstpersönlich anwesend, dessen Youtube-Kanal ich natürlich als hoffentlich zukünftiger 3D-Druckerbesitzer abonniert habe ;-). Er wurde ja unlängst von bq angeheuert, wie er auch in seinem Channel erklärt. Hab ein bisserl geblauscht, war ganz nett. Ist der erste Youtuber aus meinen vielen Abos, den ich persönlich kennengelernt habe. Der Drucker kommt als Kit (siehe Foto) und wurde auf der Messe von einem jungen Mann in ca. 2 Stunden komplett aufgebaut - cool.


Aber ich Schweife ab. Ja, ein 3D-Drucker wäre schon schön. Ist aber groß und dann doch relativ teuer. Vielleicht gibt es ja was "Kleineres", das mein Herz erwärmen könnte? Tja, und das fand ich dann... Zuerst einige schöne Bücher am dPunkt Stand und dann noch folgendes Ding auf dem Filmchen unten, dann war's um mich geschehen:



Ja genau: LEGO Mindstorms EV3... seit er rausgekommen ist spiele ich schon mit dem Gedanken mir das Set 31313 zu holen, aber er war mir immer zu teuer. Aber: dieses mal war es anders :-). Ich hatte noch vom braven Christkind (meiner Eltern...) genau 350 EUR, für die ich bis zu diesem Augenblick keine Idee hatte, wie ich sie denn ausgeben könnte. Dada... komischer Zufall ;-), das Set kostet genau 349 Euro. Der Entschluss war also gefasst. Ich ließ ihn noch ein paar Tage reifen und begann zu recherchieren. Vielleicht doch besser die Education-Version 45544 oder doch die Home-Edition. Education ist noch einiges teurer (ca. 430 Euro) und die SW kostet dort noch extra (Class-Room Lizenz halt). Außerdem ist das Education Set besonders dadurch teuer, da es den LiIon-Akku für 100 Euro enthält... Außerdem sind etwas andere Sensoren dabei. Hmm... Was tun? Dann fand ich folgende Seite "Lego Mindstorms EV3 Comparison" auf github und musste Schmunzeln wozu man Python alles verwenden kann. Das Projekt generiert eine Delta-Aufstellung der beiden Sets und generiert auf Wunsch auch gleich eine automatische Bestellung der Teile auf der Lego Seite, cool. Außerdem gibt es Links auf weitere "Brick"-Seiten, wo man die fehlenden Teile kaufen kann.


Zusätzlich habe ich noch festgestellt, dass die PDFs der Bauanleitungen für die Education-Modelle frei verfügbar sind. Programmieren will ich die Dinger eh selber (am besten mit Linux ev3dev). Damit war klar, ich hol mir die Home-Edition. Gleich im Lego-Store München Pasing angerufen und ein Set weglegen lassen, nach der Arbeit mit S-Bahn vorbeigefahren und Set mitgenommen. Hab mir gleich noch den Gyro-Sensor und den Ultraschallsensor mitgenommen, den hatten sie dort lagern für je 35 Euro. Im Lego Online-Shop sind die aktuell nicht lieferbar und über Amazon/Ebay etc. gibt's die Dinger nur überteuert für mehr als 50 Euro. Alles gleich was gespart ;-). Die Teile, die man fürs Education-Set zusätzlich braucht hab ich mir über Brick-Owl (eine Meta-Suchmaschine für Legoteile, die auch ganze Set-Inventories anzeigen kann und einen weltweit an Brick-Shops weitervermittelt) geholt, die Delta-Aufstellung bekommt man sehr übersichtlich auf Rebrickable. Die Links hierfür fand ich auf der oben erwähnten github-Seite.

Dann folgte das Übliche: ersten Roboter aufbauen, Software runterladen und spielen. Mein 7-jähriger Sohn hatte mindestens genauso viel Spaß wie ich. muss ihm nur noch klarmachen, dass es MEIN Mindstorms ist ;-). Ich erspare hier die langweilige Auflistung des Lieferumgfangs, der Leistungsdaten, etc. Das wurde im Netz bereits zur Genüge behandelt.Gesagt sei nur, das Ding ist echt geil :-). Auch ohne Computer lässt sich das Ding rudimentär über den Brick direkt programmieren bzw. mit der Infrarotfernsteuerung oder über Bluetooth und Android/iOS App fernsteuern - was allein für Jüngere schon ziemlich Laune macht.

Aber mein Sohn will natürlich gleich was eigenes bauen, und zwar einen Drachen. Den hat er auch im Kopf geplant und den Oberteil mit Flügeln selbst konstruiert. Das Ding ist echt cool geworden.


Ich bin nun für die Beine und das Laufen verantwortlich, hab dafür aber nur mehr einen mittleren Motor zur Verfügung, hmmm. Die beiden großen brauchen wir für die Flügel ;-). Aber mit etwas Geschick und Inspirationssuche bei diversen Onlinequellen, hab ich eine "lauffähige Lösung" gebaut (Video als Beweis, dass das Ding echt läuft). Natürlich reicht das meinem Sohn nicht, er will auch rückwärts und lenken können - das geht halt mit einem Motor schwer. Daher hab ich gleich einen zweiten bestellt - der kommt morgen ;-).



Übrigens: die ganze Firmware des auf Linux basierenden EV3-Bricks ist quelloffen und auf der Lego Seite zum Download verfügbar. Zusätzlich verschiedenste SDKs für neue Sensoren, Firmware und Kommunkation. Auch die Hardware ist komplett offen, alle Schältplane, sogar die Ladeschaltung des Akku! Das gibt es bei so einem Produkt selten, macht es aber extrem attraktiv für Hacker.

Freitag, 30. Januar 2015

Buchempfehlung – Mechanik

Im Laufe der Zeit haben sich in meinem Schrank massenweise Bücher über Programmiersprachen, Algorithmen, Elektronik, Digitaltechnik, Mikcrocontroller etc. gesammelt. Manche sind gut, andere nicht und manche sind eine echte Offenbahrung (sich sage nur Paul Scherz' Practical Electronics for Inventors). Eine echte Schwachstelle in meiner Bibliothek ist hingegen das Thema Mechanik. Zwar finde ich jede Art mechanischer Konstruktion faszinierend und oft von großem ästhetischem Reiz, aber mangels Ahnung und geeignetem Werkzeug habe ich diesen Bereich bisher kaum wirklich beachtet und weiß irgendwie erschreckend wenig darüber. Das muss sich natürlich ändern, auch wenn ich noch nicht so genau sehe, ob und wie ich das je wirklich umsetzen kann. ;-)

Und so habe ich mich mal in der Mechanik-Ecke bei Amazon umgeschaut und bin auf ein echtes Schatzkästchen gestoßen: Das Illustrated Sourcebook of Mechanical Components von Robert O Parmley:



Ein dicker Wälzer von gut 1000 Seiten mit Phantastillionen von Abbildungen. Das Druckbild ist eher etwas altertümlich, aber dieser Schinken hat's echt in sich! Ich könnte stundenlang darin herumblättern und mir alle möglichen Getriebe, Hebelmechanismen, Lager, Verbindungen u.s.w. zu Gemüte führen. Hier ein paar Impressionen:







Natürlich gibt es auch Formeln und Graphen, aber die anschauliche Darstellung der grundlegenden Funktionsweise und der Eigenschaften verschiedener Bauformen steht klar im Vordergrund. Aber genau das ist die Stärke dieses Buchs: Es ist eine Art Atlas der mechanischen Konstruktion und kein gewöhnliches Lehrbuch für Maschinenbauer. Als solches ist es auch eine super Quelle für ambitionierte Maker, denn viele der Details, die für den professionellen Ingenieur essentiell sind spielen keine große Rolle, wenn man im Keller einen Roboter oder etwas ähnliches bauen will und wenn man doch an diesen Punkt kommt gibt es wie gesagt ja endlos viel geeignete Literatur. Wer Making things move von Dustyn Robert gut fand wird dieses lieben! Das Sourcebook hilft dabei, schnell Inspiration zu finden. Fünf Sterne von mir!

Samstag, 31. August 2013

TFT zum Selbermachen

Jeder Bastler kennt das: Laptop von Frau/Freundin kaputt, neuen kaufen. Alten ausschlachten, weil wegwerfen will man ja nix. Man könnte ja mal irgendein Teil brauchen. Vor allem das schöne TFT Panel... 15 Zoll, 1024x768 4:3 matt - ziemlich old school aber trotzdem.

Tja leider kann man aber mit so einem Panel im Bastelbereich kaum was anfangen, da die Ansteuerung über LVDS-Signale mit einer irrwitzigen Bandbreite erfolgt. Mit Mikrocontrollet geht da nix und wenn man nicht gerade einen FPGA rumliegen hat mit dem man das Ding ansteuern könnte, dann hat man das Ding im Bücherregal stehen und muss seiner Frau erklären warum da schon wieder ein Teil mehr rumliegt... 

Ich wollt natürlich trotzdem das Panel irgendwie zum Laufen bringen - es wär ja sonst schade drum ;-). Es gab auch tatsächlich im Almighty Internet ein Controllerboard dafür mit VGA und DVI Anschluss, aber leider ziemlich teuer: 70EUR und ich wusste weder ob die Stecker passen, noch ob mein Panel überhaupt unterstützt wird. Das war mir dann doch zu heiß. Um das Geld krieg ich ja auch schon einen kompletten gebrauchten 15-Zoll TFT-Schirm - was aber nicht annähernd so reizvoll wäre, das verstehen aber nur Maker ;-). 

Auch im Embedded-Bereich für industrielle Anwendungen gibts solche Boards, aber auch teuer und Kompatibilität ist ungewiss. Schon die Steckerform und -belegung des LVDS-Anschlusses (gefühlt 100 Pins ;-)) sind eine Herausforderung - mangels Dokumentation aber wahrscheinlich eher zum Scheitern verurteilt.

Aberes gibt ja Ebay und schließlich entdeckte ich in China (wo sonst?) einen Händler der genau die richtigen Controllerboards hat! Sogar mit Kompatibilitätslisten für welche Panels es klappt. Super, eine DVI VGA Kombo um 30EUR versandkostenfrei direkt aus dem Reich der Mitte. 


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Leider war mein Panel nicht in deren Liste: Hannstar HSD150PX11-B. Bei dem Preis ist aber die Fehlkaufschmerzschwelle schon fast unterschritten ;-). Trotzdem fragte ich einfach mal beim Verkäufer nach. Prompte Antwort, das mein Panel unterstützt wird - cool. Im Preis inbegriffen ist auch ein Inverter für die Hintergrundbeleuchtung und eine Menüplatine. Alle Stecker und die Firmware kommen passend für das Panel, das man bei der Bestellung angegeben hat - Beauty ;-). Nur noch 12V 4A Netzteil drauf - sowas hat man eh zuhauf daheim rumliegen - und ab gehts.

Funktioniert super - Thumbs up, it's a winner ;-). Dave Jones färbt langsam auf mich ab... Wie man auf dem Foto sieht hab ich auch eine nützliche Verwendung für das DIY-TFT - ich nehms als Schirm für meinen Raspberrypi. Das passt viel besser wie ein richtiger Bildschirm. Oh Mann, bin ich ein Nerd.



Samstag, 30. März 2013

Servomotor-Tester #1: Bausatz und Messungen

Einleitung & Hintergrund

Nach langer Blogabstinenz  melde ich mich wieder zurück mit einem kleinen Beitrag über etwas Einfaches, das aber ziemlich nützlich und interessant ist: ein Modellbauservo-Tester. Hier lassen sich Theorie und Praxis lehrriech und gut untersuchen. Wollte immer schon so einen Servotester haben. Beim Pollin gibts den ganz günstig.

Ich werde den Bausatz kurz vorstellen und ein paar Messungen zu seiner Performance machen. Dann möchte ich noch dei Schaltung simulieren (das wird erst in einem 2. Beitrag passieren) und sehen, wie gut die Simulationsergebnisse mit der Realität übereinstimmen. Also eine schöne Möglichkeit an einem einfachen Projekt einiges auszuprobieren.

Schön verpackt, wie man es gewöhnt ist ;-)

Ist nix anders wie ein PWM-Generator mit 555er Chips (bzw. einem Dual 555 also ein556). Mit ein paar Widerständen einem Poti und ein paar Kondensatoren lassen sich prima PWMs damit machen - genau in dem Bereich, um einen Standardservo auf Funktionstüchtigkeit zu prüfen.

Ich verstehe immer nur PWM... Aber wie funktioniert so eine Servoansteuerung überhaupt genau. Zum Glück gibt es Wikipedia ;-):

Modellbauservos werden über eine Pulsweitenmodulation (PWM) angesteuert. Über die Breite der Pulse wird der Winkel, auf den der Servoarm gestellt werden soll, gesteuert. Gängig ist ein 50-Hz-Signal (20 ms Periodenlänge), welches zwischen 1 ms (linker Anschlag) und 2 ms (rechter Anschlag) auf High-Pegel und den Rest der Periodenlänge auf Low-Pegel ist. Viele Servos haben in diesem Wertebereich jedoch nicht ihre volle Bewegungsfreiheit ausgenutzt. Die Werte, bei denen der Servo ganz links bzw. rechts ist, können auch unterhalb 1 ms bzw. oberhalb 2 ms liegen. Die Periodendauer von 20 ms ist kein kritischer Wert und muss bei der Ansteuerung nicht genau eingehalten werden.
Das Ding besteht nur aus einer kleinen Platine und wenigen Teilen und ist schnell aufgebaut. Mein Sohn Julian (4 Jahre) hat natürlich gerne  dabei geholfen :-). Er durfte nach jeder Lötung die überstehenden Drahtstücke abzwicken.

Das sind tatsächlich alle Teile

Fertig aufgebaut und in Aktion

Die Aufbau- und Bedienungsanleitung inlusive Spezifikation und Schaltplan befindet sich bei Pollin als PDF zum Download. Dort finden sich folgende Angaben zu den technischen Daten:
  • Betriebsspannung: 6...12 V-, verpolungsgeschützt
  • Motorlaststrom max.: 2 A
  • PPM Bereiche: 0,9...2,2 ms (fein), 0,4...2,8 mm (grob)
  • PPM Periodenlänge: 20 ms (50 Hz)

 

 Windows 7: XP Mode Parallel Port

Das musste ich mir gleich mal auf meinem altertümlichen (aber für solche Dinge immer noch recht nützlichen) Voltcraft PSC64i Computer-Speichozsi mit Parallelportschnittstelle ansehen. Leider musste ich feststellen, dass es schon ein Wunder war, dass die dazugehörige Software unter Windows XP noch gelaufen war. Unter Windows 7 verweigert sie schlicht den Dienst. Zum Glück gibts den "Windows XP Mode" - eine virtuelle XP Maschine unter Windows 7 basierend auf Virutal PC.

Wie dem nun mal so ist - jeder Bastler kennt das, werden in der aktuellsten Version von Virtual PC leider keine Parallelports mehr unterstützt... *ggg*. Ich wollte mir keine andere virtuelle Maschine wie z.B. Virtual Box installieren - vor allem hätte ich dort auch XP von Hand installieren müssen... Also begann ich im Mighty-Web zu recherchieren - und siehe da, Virtual PC unterstützt Parallelports immer noch, nur können sie nicht mehr über die GUI aktiviert und konfiguriert werden. Aber direkt über die XML-Konfigurationsdatei der virtuellen Maschine schon. Einfach ein paar Zeilen dort reinkopieren und man hat den Parallelport :-). Glück gehabt.

Ich hab einige Zeit gebraucht, um den Parallelport in Virtual PC unter Windows 7 für den Windows XP Mode zum Laufen zu bringen. Daher zur Hilfe für andere eine Kurze Anleitung:
  1. Die Virtual PC Master Konfigurationsdatei für den Windows XP Modelokalisieren: C:\Users\userxyz\AppData\Local\Microsoft\Windows Virtual PC\Virtuelle Computer\Windows XP Mode.vmc
  2. Das ist ein xml-file. Im Tag <super_io> folgendes hinzufügen (und ggf. vorhandene <parallel_port> Tags ersetzen):
    <parallel_port>
    <port_shared type="boolean">false</port_shared>
    <port_type type="integer">0</port_type>
    </parallel_port>
    <parallel_port id="0">
    <port_name type="string">LPT1 (378h-37Fh)</port_name>
    <port_type type="integer">1</port_type>
    </parallel_port> 
Dann einfach den XP-Modus neu starten und die parallele Schnittstelle sollte zur Verfügung stehen.

Die Messungen 

 Die Oszi-Software ließ sich dann problemlos im XP-Mode installieren und läuft mit (gerade noch) akzeptabler Performance - aber sie läuft und erkennt auch das Oszi. Es lässt sich passabel damit messen. Die untenstehenden Bilder zeigen die Messergebnisse.

Zuerst hab ich mir angesehen, ob die Grundfrequenz der PWM-Ansteuerung passt. Die muss ca. 20ms sein, ist aber kein kritischer Wert: 18ms passen also. Dann hab ich die einstellbaren Wertebereich der Pulsbreiten verifiziert. In der Grobeinstellung sind es gemessene 2,75 bis 0.5ms, was im Rahmen der Toleranzen ganz gut zu den spezifizierten Werten passt. In der Feineinstellung messe ich 2,25 bis 0,88ms - auch das ist eine zufriedenstellende Übereinstimmung mit der Spezifikation.

Übersichtsplot: ca. 20ms Periodendauer
Grobeinstellung max. Pulsbreite: 2,75ms
Grobeinstellung min. Pulsbreite: 0,5ms
Feineinstellung max. Pulsbreite: 2,25ms
Feineinstellung min. Pulsbreite: 0,88ms
So, dass mal fürs erste. Ich wollte diesen Beitrag noch länger machen, aber es wird einen 2. Teil geben. Ich möchte nämlich die Schaltung analysieren und auch mit verschiedenen Tools simuliere: LTSpice, www.circuitlab.com und evt. National Instruments Multisim 11. Ich möchte die Schaltung wirklich im Detail verstehen und werde meine Erkenntnisse hier mit euch teilen.

Donnerstag, 21. März 2013

Mein Name ist Bond - DAGU Magician DG-007

Mein erster kleiner Roboter (das Tutorialprojekt von letsmakerobots.com) war ja nur mit Doppelklebeband zusammengeklebt. Sah ganz nett aus und war kompakt, aber schon damals wollte ich gerne was Stabileres, Wertiges - aber trotzdem günstig. Auf den DAGU Magician DG-007 stieß ich schon vor längerer Zeit. Kostet unter 20 Euro, kommt aus China (woher sonst...) aber es gab in Deutschland keine Bezugsquellen. Und dann stieß ich vor kurzem auf exp-tech.de als ich auf der Suche nach Komponenten von Adafruit Industries war. Endlich eine Bezugsquelle in Deutschland :-).

Natürlich musste ich ihn sofort mitbestellen. Zu viel erwartet hab ich mir aufgrund des Preises nicht. Im Netz hab ich auch durchwachsene Kritiken zum Bausatz gelesen. Der erste Eindruck war ganz gut (abgesehen vom lieblosen verschweissten durchsichtigen Billigplastikbeutel in dem der Bausatz kam. Ein mickriges Blatt Papier mit ein paar Bildern zur Montage. Kein Text - braucht man aber auch nicht. Überrascht war ich von der guten Qualität der lasergeschnittenen Acrylplatten und -teile, die noch einseitig mit Schutzpapier vom Schneiden beklebt waren. Die Räder muten etwas "plasty" an sonst ist der eindruck aber generell posistiv. Der Geruch ist recht intensiv (wahrscheinlich der Reifengummi...).
 

Die Einzelteile im Überblick
  Was ist denn alles so drin (siehe Foto):
  • Boden- und Deckplatte aus Acryl
  • 2 Kunststoffräder mit Gummireifen
  • 2 Getriebemotoren
  • 2 Odometrierädchen
  • 4 Acrylhalter für die Motoren
  • Metallrollball als 3. Fuß
  • Batteriehalter (3x AA)
  • Schrauben und Abstandshalter
Der Zusammenbau ist simpel und geht einfach von der Hand. Als erstes montiert man die Motoren an der Bodenplatte und steckt die Odometrierädchen auf den auf der Innenseite herausgeführten Achsen auf. Die Sitzen etwas lose und reichen auch nicht wirklich in die ausgeschnittenen Schlitze der Bodenplatte hinein, aber wenn man Gabellichtschranken verwendet passt das schon. Die Motoren sollten mit jeweils der gleichen Seite nach außen montiert werden.

1. Schritt: Motoren montieren
Die Bohrungen in der Bodeplatte sind für die Montage eines 4x AA Batteriehaltes vorgesehen. Also muss man für den mitgelieferten Halter entweder ein zusätzliches Loch bohren (Dremel sei dank ;-)) oder - so wie ich - nur eine Schraube zur Befestigung verwenden. Dann kommen noch die Abstandshalter und der Rollball an die vorhergesehenen Stellen. Die Abstandshalter und die Schrauben sind von guter Qualität - da hab ich bei anderen Chinaprodukten schon wesentlich schlechteres gesehen. Die Räder lassen sich gut auf die Achsen aufstecken und sitzen dort recht fest. Ein Rad sitzt ein wenig schief, da offenbar der Druckguß der Felge nicht ganz optimal gelaufen ist - naja. Ist aber noch akzeptabel, da nichts an der Bodenplatte schleift.

2. Schritt: Räder, Batteriehalter, Rollerball, Abstandshalter
Der nächste Schritt ist reichlich unspektakulär: Deckplatte drauf und passt. Und dann wir haben fertig :-).

3. Schritt: Deckplatte drauf und fertig
 
Noch ein Bildchen vom fertigen Teil
So, nun muss die neue Plattform natürlich gleich ausprobiert werden. Und was würde sich besser eignen als der idente Aufbau wie vom letsmakerobots.com Getting-Started Tutorial, das ich ja schon einmal nur mit Klebeband realisiert hatte? Noch ein Tip zum Anschluss der Motoren: da ich die Anschlüsse möglichst flexibel halten wollte, hab ich nicht direkt Kabel an die Lötösen der Motoren gelötet, sondern kleine Stifte, an die man die altbekannten und bewährten solderless Female Jumper-Wires anschließen kann. Beim Anlöten der Stift muss man den Motor aus dem Getrieb nehmen (um thermische Schäden am Kunsstoff zu vermeiden) und aufpassen, dass man die Kunstoffhalterung für den Motor nicht abreisst.


Das ist der fertige kleine Roboter ala letsmakerobots.com

Tata... jetzt ist er fertig. Dazu noch ein kleines Video. Die Software ist noch nicht auf die geänderte Geometrie der neuen Plattform und die etwas andere Übersetzung der Getriebemotoren adaptiert - aber darum ging es hier auch gar nicht.

Samstag, 14. Juli 2012

Die etwas andere Himbeere: Raspberrypi

Und so melde ich mich aus einer langen Blog-Abstinenz wieder zurück: mit einer Himbeere der anderen Art, "Raspberrypi". Seit einigen Monaten ist der Hype um diese Frucht ungebrochen und nach langer Wartezeit konnte ich einen von Farnell element 14 bekommen. Kurz gesagt ist der Pi eine Linuxbox in Kreditkartenformat - ein vollwertiger Computer mit hohem Bastelpotential. Der Preis ist unschlagbar: 40€ für Bestellung aus UK inklusive allem.

Der Pi ist eigentlich als Billigcomputer gedacht, um Kindern den Einstieg in die Programmierung, auch in ärmeren Ländern, einfach und kostengünstig zu ermöglichen. Die Erfinder und Gründer der Raspberrypi-Foundation hatten dabei aber die Maker-Community unterschätzt. Da der Pi GPIO Pins und die einschlägigen Schnittstellen (UART, I2C, SPI) zusätzlich zu HDMI und USB direkt herausführt kann das 32bit leistungsstarke Board auch für aufwendigere Embedded-Projekte super eingesetzt werden. Die Rechenleistung, vor allem der GPU, ist sehr viel leistungsstärker als die eines 8 Bit Micros.

Aber zunächst mal die Fotos:



 

Kurzer Überblick über die technischen Daten (in diesem Post geht es um Modell B):



Model AModel B
SoCBroadcom BCM2835 (CPU, GPU, DSP, and SDRAM)
CPU:700 MHz ARM1176JZF-S core (ARM11 family)
GPU:Broadcom VideoCore IV, OpenGL ES 2.0, 1080p30 h.264/MPEG-4 AVC high-profile decoder
Memory (SDRAM):128 Megabytes (shared with GPU)256 Megabytes (shared with GPU)
USB 2.0 ports:12 (via integrated USB hub)
Video outputs:Composite RCA, HDMI
Audio outputs:3.5 mm jack, HDMI
Onboard storage:SD, MMC, SDIO card slot
Onboard network:None10/100 Ethernet (RJ45)
Low-level peripherals:8 × GPIO, UART, I²C bus, SPI bus with two chip selects, +3.3 V, +5 V, Ground
Power ratings:500 mA (2.5 W)700 mA (3.5 W)
Power source:5 volt via MicroUSB or GPIO header
Size:85.60 × 53.98 mm (3.370 × 2.125 in)
Operating Systems:Debian GNU/Linux, Fedora, Arch Linux


Zusätzlich führt das Broadcom SOC auch Anschlüsse für ein TFT-Panel und einen CMOS-Kamerachip heraus (die zwei Flexprint-Buchsen). Sowohl ein passendes TFT als auch ein leistungsfähiges Kameramodul wird es als Zubehör zu kaufen geben. Es gibt auch bereits ein Erweiterungsport mit einem AVR drauf, um zusätzlich HW-Schnittstellen und ADCs und DACs bereitzustellen (Gert-Board).

Hier ein kleines Video, in dem ihr den Raspberry in Aktion sehen könnt:



Aktuell habe ich Debian Squeeze laufen (mit Sofware floating-point support - trotzdem erstaunlich flott und usable; komplexere Webseiten sind etwas lahm). Es ist eine "Raspian"-Distribution mit HW-Floating-Point-Unterstützung des SoC in Vorbereitung, die um einiges performanter laufen soll. Auch Übertaktung bis auf ca. 900 MHz wurde bereits erfolgreich durchgeführt.

Ok, das war's fürs Erste :-). Bin gespannt auf eure Kommentare - und ich kann nur sagen: Diese Himbeere rockt und hat eine  fruchtige Zukunft vor sich!