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Mittwoch, 22. April 2020

[Qualcomm Certified]BlitzWolf® BW-P6 10000mAh 18W QC3.0 Dual USB Polymer Fast Charging Power Bank - Black

Das ist ja mal ein Titel, oder?

Es war ja vor einiger Zeit "Single-Day" (Novermber 2018 - ja, ich weiß - ist schon etwas länger her) - das ist wohl ein recht interessanter Feiertag in China (glaub ich). Jedenfalls gibt's da viele Elektronikschnäppchen bei den üblichen Verdächtigen. Ich wollte ja schon immer eine Powerbank mit Fast-Charging-Port für kleines Geld.

Nun stieß ich auf Youtube auf ein Mailbag Video von Andreas Spiess, dem mit dem Schweizer Akzent, und er hatte unter seinen Paketen auch genau eine solche Powerbank von banggood. Er hatte sich zu diesem Feiertag eine ganze Kiste voller Gadgets bestellt und diese ausgepackt und kurz vorgestellt.

Also musste ich mir die Powerbank für 18$ natürlich bestellen :-). Nach einer Woche war sie da.






Kompakt, gut verarbeitet. CE, FCC, RHoS ;-). Was will man mehr. Aber: wenn man sie schüttelt rasselt es. Irgendwas fliegt drinnen umher. Mist. Trau ich mich sie trotzdem zum Laden anzuschließen. Nur mal so? Klar :-). Blaue LEDs blinken, lädt, passt. Aber was ist mit dem Taster auf der Seite (wohl der "Ein-Und-Aus-Schalter)? Der geht leer durch, kein Druckpunkt, keine Reaktion. Mir kommt ein Verdacht...

Tja, das ist wohl innen was gebrochen - bestimmt der Grund für das Gerassel. Das ist jetzt aber echt blöd :-(. Wenn ich die Powerbank nur laden, aber nicht anschalten kann, dann ist sie ja für'n... Mal sehen, vielleicht hat sie ja eine Lasterkennung und sie schaltet sich ein, wenn ich was dranhänge. Also Handy (Samsung S7 Edge) dran - gleich an die grüne Buchse - die sollte QuickCharge können (also 9V und 2A -> 18W). Juhu! Klappt! Die Powerbank geht mit Last von selber an. Und das Smartphone meldet Vollzug: Schnelladen erkannt. Schon mal nicht schlecht. Also nicht sofort für die Tonne. Der Taster ist wohl nur, um zu prüfen, wieviel noch drin ist (4 LEDs zeigen das an).

Trotzdem: das Gerassel nervt. Hmm das Ding geht bestimmt total schwer auf und geht dabei kaputt, oder? Ach was, frisch ans Werk. Wenn ich meine Gitarrenplektrons schon nicht zum Gitarre Spielen brauche, sind sie so wenigstens zu was gut ;-). Bloß nicht mit Metallschraubenzieher reinhebeln und *puff*... LiPo-Akku und so ... Das Ding ist zum Glück nicht verklebt, sondern nur gut zusammen geklippst. Oberteil, Unterteil und Rahmen. Aber auch hier sehr gut verarbeitet.


Ordentlich Akku drin *lol*. Sind zwei große Packs parallel. Die 10000mAh könnten also hinkommen. Eine Platine mit zwei Schrauben fixiert. Schön gelötet sieht auch tatsächlich nach bleifrei aus.


Und da sieht man schon das Problem --- der Taster, der rechts unten hingehört "S1" ist abgebrochen. Hat wohl einer beim Quality-Check zu fest draufgedrückt *lol*. Da ist er ja auch der Schlawiner ;-). Na dann müssen wir wohl den Lötkolben auspacken.


Aber damit mir das Ding nicht um die Ohren fliegt, löte ich zuallererst lieber den Akku ab. Dann Taster wieder dranlöten und den Akku auch wieder - passt.



Wenn wir das Ding schon offen haben, dann noch ein Blick auf die Unterseite - schön, oder? Man beachte insbesondere die Gummiabschirmung der LED um ein "bleeding" zu verhindern.


Final nur noch das Plastikteil für die Tasterbetätigung ins Gehäuse einklinken und alles wieder zusammenbauen - fertig und wie neu.


Ich habe die Powerbank seit 2018 im Einsatz. Funktioniert super. Auch das Schnellladen. Messungen zur Kapazität. Strom und Spannung hab ich noch nicht gemacht - das wäre ein Thema für einen weiteren Blogartikel und eine gute Gelegenheit, mein USB Messgerät zu testen.

Noch zur Vollständigkeit: ich habe die Powerbank selbst mit meinem Geld gekauft. Kein Sponsoring ist erfolgt. Der Blogbeitrag ist rein informativ und meine persönliche Meinung und keine Werbung.

Samstag, 26. Januar 2013

Schachcomputer Reparatur

Nach langer Bloggingpause gebe ich mal wieder ein Lebenszeichen von mir. Einen konkreten Anlass gibt es auch: Ich habe ein tolles neues Spielzeug geschenkt bekommen – einen alten Schachcomputer (Danke Kathi&Josef)! Inklusive großem Magnetsensor Holzschachbrett, Figuren, Computermodul und zwei Programm-Modulen (ESBII und Mephisto II). Vermutlich ist es ein Mephisto ESB II. Baujahr dürfte so Anfang/Mitte der Achziger liegen. Hier ein paar Impressionen:


 

Einschalttest

Leider hatte sich das Netzteil nicht gleich gefunden, so dass wir hier zuerstmal ein wenig Spannungsversorgunsraten spielen müssen. Das Handbuch schweigt sich dazu leider aus. Im Netz habe ich zumindest für das Grundmodul was gefunden, allerdings war mal von 6.5V DC und mal von 8.5V AC die Rede. Ich nehme an DC dürfte es tun – immerhin kann man das Grundgerät auch mit 4 AA Zellen betreiben. Mit einem Baumarkt-Steckernetzteil habe ich das Ding bei 9V in äußerlich zufriedenem Zustand. 6V schienen nicht zu reichen und 7.5 führten zwar zu Funktion, aber extrem müde glimmenden LEDs – also 9V. Nun leuchtet die grüne LED in der Ecke und zwei Rote blinken fröhlich. Hm – was mag das heißen? Also schreiten wir zum Äußersten: Blick in die Anleitung werfen. OK, das ist normal. Das Ding will uns sagen, dass wir nun die Figuren aufstellen sollen. Gesagt, getan und hier sind sie:

Aber hoppla – was will mir die LED bei H4 sagen?

 

Diagnostik

Laut Anleitung sollten nur dort LEDs blinken, wo die Aufstellung noch fehlerhaft ist. Und im Großen und Ganzen war das auch so – fehlt noch eine Figur, blinkt es dort (nach jedem Reset). Und wenn ich eine Figur mitten aufs Brett stelle blinkt es dort auch – weil es leer sein sollte. Also glaubt der Compi wohl, da stünde eine Figur. Bevor wir aber zum Werkzeug greifen erstmal ein systematischer Test. Mit der "List" Taste kann man eine Stellungskontrolle durchführen. D.h. nach jedem Tastendruck wird auf dem Display und per LED angezeigt, welche Figuren sich nach Meinung des Computers wo befinden (bzw. sollten). Auch hier das gleiche Bild: H4 ist mit einer dem Compi unbekannten Figur besetzt.

Nächster Test: Alle Felder rund um H4 mit Figuren bestücken uns sehen, ob er sie detektiert. Ja, tut er. Hier z.B. für G3:

Habe dann noch systematisch alle Felder getestet, die nichts enthalten sollten und bis auf H4 gab es keine weiteren Probleme. Die akustische Prüfung hat auch nicht viel gebracht: Für alle Felder hört man ein sehr leises klick wenn man die Figur vom Feld entfernt. Bei H4 scheint es auch zu gehen, wenn ich auch den Eindruck habe, dass es erst ab dem 3. Versuch wirklich hörbar wurde - kann aber auch Einbildung sein. Wie auch immer – Diagnose: defekter Reed-Kontakt.

Frisch ans Werk

Die Bodenplatte wird nur von ein paar Holzschrauben gehalten, die waren schnell entfernt. Nun kann man die Schublade herausnehmen und ein weiteres Abdeckbrett entfernen, so dass man freie Sicht auf die Unterseite der Platine bekommt:



Und 16 Schäubchen später dürfen wir die Oberseite bewundern:




Überraschung: da sind je zwei Reedkontakte pro Feld! Das hätte ich nicht erwartet. Zudem sind sie parallel geschaltet. Soll das sicherstellen, dass auch leicht verschobene Figuren erkannt werden? Keine Ahnung. Jedenfalls habe ich alle 64 durchgemessen und alle waren offen – außer H4.
Und weil ich (a) ein Glückspilz bin und (b) alles kaufe/horte, das mal zu einer Bastelei gut sein könnte und nicht viel kostet habe ich tatsächlich Reedkontakte da! Ja, Judith – die sind wirklich mal zu was gut!  :-))))
Nach eingehender visueller Inspektion war ich mir 100% sicher, welcher der beiden Kontakte hängt und getauscht werden muss. Also raus damit, nachmessen, den anderen auslöten und den ersten sowie einen neuen wieder rein. Alles zusammenbauen und – Trommelwirbel – es geht wieder!
Hier zum Beweis ein kleines Probespiel (nicht lachen, waren nur mehr oder weniger zufällig Züge, zum Testen):

Alles was jetzt noch fehlt ist eine kleine Politur mit Öl oder anderer Holzpflege und dann ist er wie neu! Die nächste Herausforderung besteht nun darin das Ding wenigsten einmal in die Knie zu zwingen. Ich bin nämliche kein so begnadeter Schachspieler. Oder vielleicht könnte man einen Roboterarm bauen, der z.B. GNUchess gegen den Mephisto antreten lassen kann? Reizvoll, aber nicht heute...