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Dienstag, 5. Januar 2016

SSD Caddy für DVD-Bay

Im vorigen Post hatte ich von meinem neuen Server berichtet. Wer genau auf die Bilder geachtet hat konnte sehen, dass meine SSD für das Betriebssystem mehr oder weniger lose im Slot lag, der eigentlich für ein DVD-Laufwerk gedacht war. Nun hat mein Server kein optisches Laufwerk - wozu auch? D.h. dieser Slot bietet sich also an, um die SSD unterzubringen.

Nun ist eine SSD leicht und unempfindlich, d.h. ich könnte sie einfach mit etwas Klebeband befestigen, aber das fand ich stillos. Ob HP passende Trays anbietet entzieht sich meiner Kenntnis - jedenfalls hab ich keine gefunden. Also als nächstes mal auf Amazon schauen. In der Tat findet man mit geeigneten Suchbegriffen ("SSD Caddy") Trays im vermeintlich richtigen Format (9.5mm Höhe) inklusive SATA-Adapter. Gekauft.

Zwei verschiedene Produkte habe ich ausprobiert. Keines davon war ideal. Sie haben in den Slot gepasst und die SSD ging auch rein, aber in keinem Fall passte die dazugehörige Frontblende wirklich richtig und die Originalblende konnte man nicht mehr montieren, wenn der Caddy im Schacht steckt. Das sieht Sch**** aus. Ja ich weiß - sieht ja keiner, steht eh im Keller bla bla bla. Sagte ich schon, dass ich was stilvolles wollte? ;-)

Also anders. Wozu habe ich eigentlich einen 3D-Drucker? Zunächst habe ich mal die einschlägigen Modell-Repositories durchsucht. Da gab es diverse Adapter für die HDD-Bays, aber nix für den ODD-Schacht, das meinen Vorstellungen genügt hätte. Also selber entwerfen.

Erstmal maßnehmen

Vor das Objekt hat die Natur das Konstruieren gesetzt und davor wiederum das Vermessen der Lage. Also Messschieber und Lineal geholt und das Fach vermessen. Kling trivial, ist es aber nicht so ganz, denn wer sich die Situation genauer ansieht, erblickt diverse Haken, Klammern etc. und das ist schwierig korrekt zu vermessen:
Nach einigem Gefummel hatte ich aber alle relevanten Zahlen auf Papier und eine grobe Zeichnung hingepfuscht.

Design

Nun musste das Gekritzel also nur noch in ein echtes Design übersetzt werden und so stellte sich als nächstes die Frage, welches Werkzeug ich verwenden will. Die meisten Leute nehmen ein traditionelles CAD-Programm. AutoCAD (wenn man das Geld dafür ausgeben will), Sketchup oder FreeCAD oder sowas. Als Opensource Jünger will ich natürlich was, das unter LINUX läuft. Und OSS sollte es idealerweise auch sein. Also FreeCAD? Nein - ich bin kein Zeichner, ich bin ein Coding-Guy. Und auch für diese Spezies gibt es was schönes: OpenSCAD. Das ist eine simple Programmierumgebung zum Design von 3D Modellen. Nicht super perfekt, aber schon sehr benutzbar. Leider nicht Python basiert, obwohl es mit SolidPython immerhin inzwischen etwas in der Richtung gibt. Kürzlich habe ich was entdeckt, das mächtiger, pythoniger und ausgefeilter erscheint (CADquery), aber das hab ich noch nie benutzt und es erscheint mir einigermaßen komplex und in den normalen Debian Repositories ist es auch nicht. Also was soll's – diesmal verwenden wir OpenSCAD.

Nach einigem Herumprobieren hatte ich eine erste Version des Caddys fertig:

v0.1
..., aber wie es immer so ist hatte ich dann doch eine essentielle Aussparung (für einen Kabel-Clip) übersehen und so passte das Ding nicht in den Slot. Außerdem hatte ich die hinteren Aussparungen zu knapp bemessen, so dass die Slot-Blende nicht ein- und ausrasten konnte.

In der zweiten Iteration passte es ganz gut in den Slot und hat auch noch eine abgeschrägte Rückseite bekommen, damit die Schachtblende besser draufpasst:

v0.2
..., aber wo ich schonmal dabei war hatte ich einen zusätzlichen Clip hinzugefügt, damit das Tray in den vorgesehenen Mechanismus einrasten kann – und diesen zu weit links plaziert.  Zudem war die Aussparung für den Kabel-Clip zu kurz.

Die dritte Generation hatte dieses Problem nicht mehr:
v0.3
Leider passte die blöde Blende immer noch nicht, sobald das Ganze in Slot steckt - irgendwie zuwenig Platz. Grumpf!

Version 4 (naja eigentlich 0.4 in meiner Versionierung, denn so verblendet bin ich nun wieder nicht) habe ich dann von grundauf umdesigned:
v0.4
weniger massiv und teils mit großen runden Löchern perforiert, um Material und v.a. Druckzeit zu sparen. Sah viel besser aus, passt ganz gut in den Slot, hatte aber immernoch ein Problem, wenn man die Slotblende zum Schluss aufstecken wollte. Offenbar ist die SSD noch zu nah am hinteren Ende.

Also nun Version 0.5: SSD etwas weiter nach vorne verschoben, damit die Abdeckung draufgeht, ein bisschen an den Maßen gefeilt, Seitenführungen noch etwas gekürzt, noch ein paar mehr Löcher in die Grundplatte gemacht und zuguterletzt noch Löcher für Befestigungsschrauben hinzugefügt, obwohl ich die wohl nicht verwenden werde, denn die SSD passt straff in die Aussparung. Wenn man aber stattdessen eine Festplatte nimmt ist festschrauben vielleicht sinnvoll...

v0.5

An diesem Punkt war ich mit dem Ergebnis ganz zufrieden. Und so sieht das dann in echt aus:




Und damit der nächste, der sowas haben will nicht wieder bei Null anfängt habe ich Source Code und STL-File auf youmagine deponiert. Nun ist die Hardware-Seite des Servers also komplett zu meiner Zufriedenheit und ich werde mich im nächsten Post dann der OS Installation zuwenden.

 

Was habe ich gelernt?

  • openscad ist ein nettes tool, allerdings fühlt es sich nicht ganz ausgereift an und ist stinklangsam - selbst bei so einem simplen Objekt
  • Planen ist gut, rapid Prototyping ist besser. Die Fehler, die ich im Prozess gemacht habe, hätte man natürlich durch gründlichere Planung, besseres Ausmessen etc. finden können - aber drucken und ausprobieren ist exrem effektiv und effizient. Es ist einfach etwas ganz Anderes, einen Prototypen in der Hand zu haben, als sich theoretische Gedanken zu machen. OK - die Druckzeiten sind bei einem Heim-3D-Drucker happig (viele Stunden), aber wenn man v.a. Abendbastler ist, dann druckt man am besten über Nacht und kann am nächsten Tag testen und weitermachen.
  • Eventuell hätte ich mir was gespart, wenn ich am Anfang eine super simple Schablone aus Karton geschnitten hätte, um die teils unpräzisen Messwerte für die Lage der diversen Haken und Hindernisse zu prüfen.
  • 3D-Drucken macht Spaß! Ok - dass wusste ich schon ...

Samstag, 29. November 2014

Weihnachtstipp

Ich bin grad im 3D-Drucker Fieber! Zwar hab ich noch keinen, aber das soll sich bald ändern, weil die beste Ehefrau der Welt mir einen zum Geburtstag+Weihnachten schenkt. Angeblich soll er bald geliefert werden und ich kann es kaum erwarten. Und um die Vorfreude zu steigern verbringe ich jede freie Minute auf 3D-Druck Seiten und träume davon, was ich alles mit dem Teil anstelle :-)

Und so nebenbei habe ich gerade entdeckt, dass es aktuell ein Schnäppchen gibt: Tchibo bietet gerade einen Up! Mini PP3DP für 499€ an. Das ist zwar kein top of the line 3D Drucker, aber sehr günstig ist das schon. Wollte ich nur mal kurz mit der Welt teilen...

So – nun träume ich weiter von meinem Gerät, das ich hier natürlich vorstellen werde, sobald es da ist.

Samstag, 4. Januar 2014

FabLab Regensburg

Eigentlich wollte ich nur einen Dienstleister für einen kleinen Lasercutter-Auftrag finden (Sick of Beige Case Variante für meinen Bus Pirate) bin dann aber bei der Suche auf etwas viel Spannenderes gestoßen: Es gibt in Regensburg neuerdings ein FabLab! Und um den Zufall perfekt zu machen, war dort heute Tag der offenen Tür. Also habe ich spontan beschlossen mal hinzufahren und mir das anzusehen.

Trotz trübem Wetter waren eine Menge Leute gekommen und die Bude war entsprechend voll. An allen Stationen wurde gefachsimpelt, diverse Objekte bestaunt und einfach Erfahrungen ausgetauscht – ein recht buntes Völkchen hatte sich versammelt.



3D Printer

Das FabLab hat zwei 3D-Drucker: einen von Fabbster und (zu meiner großen Freude) einen Ultimaker 2. Letzteren habe ich nämlich schon eine Weile auf meiner persönlichen Wunschliste.

i

 

3D Scanner

Und damit die Drucker auch was zu tun haben gab es zwei 3D-Scanner. Einen für kleine Gegenstände:


Und einen größeren, basierend auf einer Kinect, mit dem heute Personen in 3D-Modelle verwandelt und anschließend ausgedruckt wurden:



Lasercutter


In der Ecke fand ich dann den Lasercutter, der gerade damit beschäftigt war, kleine Teile für Spielwürfel-Bausätze aus Sperrholz zu schneiden. Letztere fanden v.a. bei den zahlreich erschienenen Kindern großen Anklang.

Und da ich ein File für mein SickofBeige Gehäuse in der Hosentasche hatte habe ich mal diesen netten Herrn davon überzeugt, zwischendurch mal  was mit Acryl zu machen ;-)

Hier ist die Vorlage schon mal geladen:
Und hier ist der Cutter fleißig dabei, mein Gehäuse zu schneiden:

Fazit

Der kleine Ausflug hat sich gelohnt. Ich glaub, da geh ich öfter mal hin, wenn ich als Ergänzung zu einem Elektronikprojekt mal was geschnittenes oder gedrucktes brauche.