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Dienstag, 10. Juni 2014

Mehr Thinkpad Mysterien

Inzwischen habe ich den T440s nun schon eine ganze Weile. D.h ich habe mich gut eingewöhnt und er gefällt mir immer noch gut. Nur der Mangel an separaten Maustasten für den Trackpoint nervt gewaltig - ich bin einfach nicht der Touchpad-Typ. Und trotz der kleinen Software-Tricks, die ich beim letzten mal erwähnt hatte verrutscht der Maus-Cursor doch viel zu oft unbeabsichtigt beim Tippen, wenn man nicht höllisch aufpasst. Aber naja.

Die Tastatur ist trotz neuer Tastenform angenehm und ich habe mich leidlich an das neue Layout bezüglich der home/end/ins/del Tasten gewöhnt (auch nicht so gut wie früher). Einen Aspekt, der in diversen Foren bemäkelt wurde ist die neue Position der PrtSc-Taste, die nun zwischen AltGr und Ctrl. liegt.

Prt-was???? Ja diese Taste gibts wirklich. Traditionell liegt sie gemeinsam mit dem ebenso obskuren SysReq rechts neben F12 und oberhalb von Ins. Was die macht? Meist ist sie so belegt, dass man damit Screenshots machen kann. Waaaaahsinnig nützlich. Habe ich schon oft manchmal noch nie verwendet. Oh und einigermaßen dekorativ ist sie und trägt zum harmonischen Gesamtbild der Tastatur bei. Also völlig verständlich, dass die Netzgemeinde eine Revolution anzettelt, wenn Lenovo es wagt, eine so essentielle Taste willkürlich zu verlegen.

Unbill!


Aber was ist das? Wieso will der Compi meinen mühevoll geschriebenen Text nicht speichern? Was soll das heißen, die Datei könne nicht gespeichert werden und wieso read-only Filesystem?!? dmesg zeigt auch verdächtigen Kram an und erzählt was von r/o remount:

SysRq : Emergency Remount R/O
EXT4-fs (dm-1): re-mounted. Opts: (null)
EXT4-fs (dm-4): re-mounted. Opts: (null)
EXT4-fs (sdb1): re-mounted. Opts: (null)
Emergency Remount complete

EXT4-fs (dm-1): ext4_writepages: jbd2_start: 13312 pages, ino 657835; err -30
EXT4-fs (dm-1): ext4_writepages: jbd2_start: 13312 pages, ino 657835; err -30
EXT4-fs (dm-1): ext4_writepages: jbd2_start: 13312 pages, ino 657835; err -30

[...]

Geht da etwa die Platte über den Jordan? Soviel Pech kann man doch garnicht haben!?! Also erstmal ruhig Blut und neu starten. Mehrere Tage alles problemlos, doch dann passiert es wieder!

Als es dann zum dritten mal passiert ist eine merkwürdige Beobachtung: kurz zuvor ist noch ein Screenshot Window aufgegangen. Wieso das? Nach einigem Nachdenken, Googeln und Kopf gegen die Tischkante hauen die Erleuchtung:

Na klar! LINUX hat doch so praktische Tastenkombis für Notfälle – z.B. Alt+SysReq+s für ein Notfall-Sync oder Alt+SysReq+i für ein SigKill an alles außer init oder Alt+SysReq+u für ein Notfall RO-remount. Momentmal – was? 

Nun muß man wissen, dass ich in Sachen Computer etwas speziell bin und ein US-Layout bevorzuge. Und damit ich damit auch deutsche Umlaute hinkriege habe ich mir ein xmodmap File gebaut, in dem AltGr als Modeswitch Key belegt wird und ich also mit AltGr+u ein "ü" bekomme: 

! use Alt_R as Mode_switch key (AltGR)
keycode 108 = Mode_switch Mode_switch
[...]

keycode  30 = u U udiaeresis Udiaeresis
[...]


Sehr praktisch das! Außer man hat direkt neben der AltGr Taste eine PrtScr/SysReq Taste und löst mit seinen Wurstfingern versehentlich einen Alt+SysReq+u aus.

GRUMPF! Die Taste muss ich wohl lahmlegen.

Mal sehen, was für ein Mist mir als nächstes passiert ....

Samstag, 8. März 2014

Thinkpad killing

In meinem letzten Post hatte ich ja voller Stolz von meinem neuen Thinkpad erzählt. Inzwischen haben sich ein paar Dinge ereignet, die meine Begeisterung etwas dämpfen. Kurz nach dem Post war das Ding tot – mausetot. Der freundliche Inder von der Lenovo Hotline konnte nicht helfen und so wurde das gute Stück eingeschickt und hat offenbar eine neues Motherboard bekommen. Heute war nun der große Tag, an dem ich das Gerät wieder entfenstert habe. Plattentausch ging wieder problemlos und die Debian-Installation war flugs erledigt. Doch als ich dann in das frische System booten wollte, kam die Ernüchterung: das Ding bleibt wieder beim Booten im Splashscreen stecken und ich komme nichtmal mehr ins BIOS Setup - genau wie beim letzen mal. Megagrumpf!

Das gibt's doch nicht! Wie kann das sein? Zweimal hintereinander?!? Ein wenig Web Recherche hat mir dann die Augen geöffnet - Lenovo hat offenbar das UEFI-boot Problem, das auch bei Samsung Laptops schon so manchen Brick verursacht hat in seinem BIOS noch nicht behoben! D.h. man kann sein Motherboard zerstören, indem man eine neue Platte einbaut, LINUX installiert oder wasweißichnoch. Wäre mir das bewusst gewesen, hätte ich offenbar durch geeignete BIOS-Settings (UEFI Boot komplett disabeln) vorbeugen können. Und irgendwann hätte man dann ein hoffentlich gepatchted BIOS flashen können ...

Im Nachhinein wird mir nun einiges klar: Beim ersten mal hatte ich im BIOS Setup UEFI und legacy boot zugelassen. LINUX lief einwandfrei und auch die getauschte Platte war kein Problem - bis zu dem Moment, als ich von einer externen Festplatte booten wollte und versehentlich den UEFI-Boot ausgewählt hatte. Diesmal hatte ich im BIOS noch gar keine Änderungen vorgenommen und so hat das Teil versucht, von der frisch installierten Platte im UEFI-Modus zu booten.

Also werde ich am Montag wieder mit dem freundlichen Inder telefonieren und UPS wieder neuen Umsatz bescheren...

Sonntag, 22. Januar 2012

SIM salabim

Im Laufe der Zeit haben sich bei uns diverse uralt-Handies angesammelt und so dachte ich mir, man könnte ja evtl. irgendwas nützliches damit anstellen und so habe ich eines aus den Tiefen meiner Spielzeugkommode ausgegraben: Ein olles Siemens C 45:

Schon etwas mitgenommen, hat aber einwandfrei funktioniert, bis es dann irgendwann durch ein neueres ersetzt worden war. Den dazugehörigen Akku konnte ich leider nicht mehr finden, aber egal – im WWW habe ich schnell entdeckt, daß es sich um einen NiMH Akku mit 3.6V mit 550mAh gehandelt hat – allerdings verticken diverse Drittanbieter LiPo Akkus als Ersatz?!? Aber eigentlich brauche ich eh keinen Akku für das, was mir vorschwebt: ein SMS getriggerter Türsummer. D.h. ich möchte das Handy per Steckernetzteil mit Strom versorgen und dann per geheimem SMS Code den Summer unserer Haustür betätigen können. Im heutigen und den (hoffentlich) gelegentlich folgenden Postings will ich versuchen, erste Schritte in diese Richtung zu gehen, indem ich mal studiere, ob ich das Handy zum laufen kriege, wie man SMS auslesen kann und schließlich wie ich die Verbindung zu unserer Gegensprechanlage hinbekomme.

1. Akt: Spannungsversorgung

In der Bastelkiste habe ich noch ein passendes Siemens Ladegerät gefunden, also werde ich zuerstmal testen, ob man das Handy damit betreiben kann, ohne daß ein Akku drinsteckt. Der Stecker des Ladegeräts ist ebenfalls nicht mehr ganz taufrisch, wie man sieht, aber immerhin liegt Spannung an:

Zwischen den beiden äußeren Pins liegen also 7.9V. Der mittlere scheint keine Spannung zu führen – vielleicht irgendeine Signalleitung? Akku-Erkennung? Handy-Erkennung? Akku-Voll-Erkennung?

Zum Glück gibt es ja das Internet und dort habe ich in Erfahrung gebracht, daß diese alten Siemens Handies einen sog. „Lumberg-Stecker“ verwenden, zu dem ich auf der Seite http://www.nobbi.com/steck_s25.html eine Belegungstabelle entdeckt habe, die ich hier mal wiedergebe (wieso kann diese blöde Blogger Software nicht ordentlich mit Tables umgehen? Und wieso müssen Bilder in so besch... Qualität eingebunden werden?):


D.h. ich lag garnicht so falsch mit meiner Vermutung. Leider macht das Handy aber keinen Mucks, wenn das Ladekabel angeschlossen ist. OK – war einen Versuch wert. Also als nächstes ein Blick ins Innere. Der Akku hat offenbar drei Kontakte. Etwas herumprobieren ergab, daß die Spannung an die beiden äußeren Pins muß:

Für ein paar Sekunden war ich mir sicher, das Spannungsversorgungsproblem gelöst zu haben bis dies geschah:

Das sagt er unter energischem Gepiepse so zwei oder dreimal und dann schaltet das Gerät aus! Habe ein bisschen mit Spannung und Strombegrenzung gespielt aber daran scheint es nicht zu liegen. Das Handy zieht je nach Zustand so zwischen 20 und 200mA (zumindest ohne SIM). Und auch eine Extra-Portion Spannung bis 3,8V hat daran nichts geändert. Vermutung: der dritte Pin signalisiert den Ladezustand des Akkus. Nur was muß da anliegen? Etwas Suchen im WWW hat mich dann auf eine andere Bastlerseite (http://www.kh-gps.de/alarm.htm) geführt, wo die Ansicht vertreten wird, der Mittelpin sei für die Temperaturüberwachung und man müsse diesen über einen 10k Widerstand gegen Masse schalten. Da die Federkontakte recht eng beisammen liegen, habe ich aber erstmal ein paar Kabel an die drei Kontakte gelötet, verschrumpfschlaucht und mit ein paar Blobs Heißkleber isoliert und gesichert, damit man vernünftig arbeiten kann:

Hm – habe den Mittelpin über 10k auf Masse gelegt: Immer noch Meldung „Akku leer“. Also mal testweise auf Plus – mit dem selben Ergebnis. Grumpf! Also weiter im WWW rumgelesen. Irgendwo stand dann dies: „ca. 3,6V = leer; ca. 4,2V = voll“ Also neuer Versuch, diesmal bei 4,1V und siehe da: es scheint zu gehen - es meckert nicht mehr! (oder nicht mehr so schnell und v.a. schaltet es nicht mehr einfach ab) :-)

2. Akt: first contact – not

Nachdem die Stromversorgung zu gehen scheint nun also eine SIM Karte rein. Habe mir extra eine Prepaid Karte dafür besorgt. Einschalten, große Vorfreude! Handy bootet und – will einen „telefon code“ von mir wissen. Also schnell die PIN freigerubbelt und eingegeben – falsch! Hä? Also nicht die PIN, sondern was anderes. Woher in aller @!# Welt soll ich nach 10 Jahren noch wissen, was für einen Telefon-Code das Ding hatte!?! Also noch zwei andere Zahlen probiert, die es evtl. gewesen sein könnten bis dann ...

Na toll – nun ist das Handy gebricked und ich darf erstmal versuchen, einen Crack dafür zu finden. Fortsetztung folgt...


Montag, 2. Januar 2012

Advent, Advent ein Lichtlein brennt - jedenfalls an der Lichtschrankenschaltung

Zu Weihnachten dachte sich ein Freund "Was schenke ich nur diesem verschrobenen Philipp?" und nach langem Grübeln hat er sich für einen Elektronikbausatz entschieden. Schonmal gut ;-)

Entschieden hat er sich dann für die Infrarot Lichtschranke von Kemo (B213). Und dem habe ich mich nun mal gewidmet. Sollte eigentlich ein Klacks sein, denn es ist ja nur simple Lötarbeit zu tun – dachte ich jedenfalls. Die Anleitung schien klar genug, wenngleich sie insofern enttäuschend ist, als sie zwar den Aufbau ermöglicht, aber leider kein Wort über die Funktionsweise der Schaltung verliert. Das beiliegende Original hat übrigens auch eine vernünftige Bestückungsliste – keine Ahnung, warum die im PDF fehlt. Hier ist sie:


Also schnell den Lötkolben angeheizt und die beiden Platinen bestückt und verlötet. Null Problemo für jemanden mit Lötzinn im Blut. Und so ging alles flott voran, bis ich mein Werk durch Einlöten von IRED1 und FT1 krönen wollte. Ist ja ganz einfach – steht ja alles auf der Platine. Aber welches der beiden verbliebenen Bauteile ist nun welches? Hm – in der Bauanleitung findet sich ja ein Bild der Sendediode:

Und in der Tat gibt es auch ein Bauteil, das in etwa so aussieht – das müsste also IRED1 sein. Nur wierum soll es in die Platine? Anhand des Aufdrucks konnte ich es jedenfalls nicht eruieren. Hm – also mal die Schaltung und Platine näher ansehen. Man kann erkennen, daß der "obere" Pin zum IC geht und der andere offenbar an die Massefläche. Letzterer sollte also die Kathode sein. Lötet man das aber so ein "schaut" die kleine Linse weg von FT1 und hin zum IC. Hm – ob das richtig ist? Vermutlich soll die Linse doch eher nach vorn schauen, dachte ich mir. Also Pins um 90 Grad biegen, so daß das Ding nach oben "schaut". Sieht besser aus, nur kann man nun leider FT1 nicht mehr einlöten, weil es zu eng zugeht auf dem Board. Also doch ungebogen einlöten. Sieht hübsch aus, aber leider geht die Schaltung dann nicht – grumpf!

Verfluchte Sch.... was soll das denn? Bei genauer Betrachtung der Anleitung kann man dann sehen, daß die Anordnung der beiden Bauteile auf der Abbildung der aufgebauten Schaltung exakt andersrum ist: das viereckige Ding ist dort außen angeordnet und schaut das andere Element an. Irgendwo in den unendlichen Weiten des WWW habe ich dann auch eine andere Variante der Anleitung gefunden, die diese Vermutung stützt: dort ist auch die Kennzeichnung der Platine so, daß das eckige Ding nach außen gehört. Also hab ich es dann so aufgebaut und man glaubt es kaum, aber nun funktioniert alles.

Mit etwas Nachdenken dann die Erkenntnis: das ist die Empfängerplatine – nicht der Sender. Also ist diese "Sendediode" wohl FT1 und das andere die IR Empfangsdiode. Schade nur, daß die Anleitung sich zur genauen Funktion dieser Anordnung nur nebulös äußert: irgendwas mit Reichweitenreduzierung bei Nacht, aber wirklich klar ist das nicht. Wie die Schaltung funktioniert schaue ich mir dann in der nächsten Folge an und dann wird hoffentlich auch dieses Rätsel gelüftet. Zuguterletzt muß ich zugeben, daß genaue Lektüre der Anleitung tatsächlich eine Erklärung zum Einlöten enthalten hätte – aber wer liest schon einen Abschnitt mit der wenig vielversprechenden Überschrift "Aufbauanweisung"? ;-)

Wenn ich die Sache richtig sehe, liegt die Wurzel des Übels darin, daß es keine gute Idee ist, ein Bauteil FT1 zu nennen, wenn es sich um eine IR Empfangsdiode handelt und gleichzeitig daneben ein Fototransistor verbaut wird, den man kreativerweise IRED1 nennt. Da hat doch der Praktikant die Bauteilbenennung gemacht!