Mittwoch, 1. Januar 2014

ISP-Adapter Wettrennen

Inzwischen haben sich in meiner Bastelkiste diverse AVR ISP-Adapter angesammelt und so bin ich auf den Gedanken gekommen, mal ein Wettrennen zwischen den Geräten zu veranstalten.

Die Kontrahenden

  1. Atmel STK500
    Der Klassiker unter den AVR Evaluation boards. Auch als ISP zu gebrauchen.
  2. Diamex/Stange ISP-PROG
    stk500v2 kompatibel und bisher mein Standard-Programmer. Mit 2 DIP-Switches kann man die Versorgungsspannung ein bzw. ausschalten und von 5V auf 3.3V umstellen.
  3. Diamex ERFOS-PROG-S
    Ebenfalls stk500v2 kompatibel. Keine Spannungsversogung des Hosts. Signalpegel 3.3V. Er kann neben AVR auch STM32 und NXP/LCP µC programmieren und als USB2UART Adapter verwendet werden.
  4. USBasp Chinaböller (mit modifizierter USBasp Firmware)
    Wie im letzten Post beschrieben: super kleiner und recht solider USBasp-clone mit kleinen Hardware-Differenzen. 5V Versorgungsspannung.
  5. USBasp Chinaböller (mit stk500 firmware)
    gleiche Hardware wie 3. aber mit der stk500 Firmware des usb-avr-lab
  6. Bus Pirate v3.6
    Das Schweizer Taschenmesser der digitalen Kommunikation. Eigentlich kein ISP Adapter, aber avrdude unterstützt ihn trotzdem – vermutlich in einer Art bitbanging mode.

Methode


Wir werden mit avdude den Flash Speicher eines Arduino Duemillanove auslesen, gegen das erhaltene File verifizieren und schließlich das Hexfile wieder in den µC flashen. Praktischerweise gibt avrdude auch gleich an, wie lang eine Operation gedauert hat. Für den ISP-PROG sieht das entsprechenede Kommando (read flash) dann so aus:

$ avrdude -p m328p -c stk500 \\
  -P /dev/ttyACM0 -U flash:r:foo.hex:r
avrdude: AVR device initialized and ready to accept instructions
Reading |###################################| 100% 0.02s

avrdude: Device signature = 0x1e950f
avrdude: reading flash memory:
Reading |###################################| 100% 6.34s

avrdude: writing output file "foo.hex"
avrdude: safemode: Fuses OK
avrdude done.  Thank you.


Ich habe jede Operation (r/v/w) mit jedem Programmer 3x ausgeführt und die Zeiten haben maximal in der letzten signifikanten Stelle um ± 1 differiert.

Die aktuell auf dem ATmege328p des Arduinos befindliche Firmware liefert ein raw-Hex File von 2280 Byte. Beim Lesen des Flash Speichers werden aber offenbar die kompletten 32kB des Controllers gelesen – daher die große Abweichung zwischen den verschiedenen Operationen.

Siegerehrung

Hier die Ergebnisse in absteigender Geschwindigkeit:
  1. Diamex ERFOS-PROG-S
    read      2.9s  (11.3 kB/s)
    verify    0.2s
    write     0.28s  (8.14 kB/s)
  2. Chinaböller (USBasp)
    read      5.25s  (6.24 kB/s)
    verify    0.37s
    write     0.46s  (4.95 kB/s)
  3. Diamex/Stange ISP-PROG
    read      6.3s  (5.2 kB/s)
    verify    0.45s
    write     0.55s  (4.15 kB/s)
  4. Chinaböller (stk500v2)
    read    17.7s  (1.85 kB/s)
    verify    1.24s
    write     3.56s  (0.64 kB/s)
  5. Atmel STK500
    read      41.6s  (0.79 kB/s)
    verify     2.90s
    write      3.17s  (0.72 kB/s)
  6. Bus Pirate
    read     126s  (0.26 kB/s)
    verify    8.5s
    write     9.0s  (0.25 kB/s)

Fazit

Das STK500 ist überraschend lahm in vergleich zu den diversen billig-Programmern. Als USBasp schlägt sich der Chinaböller ganz gut gegen den ISP-PROG, der ERFOS-PROG-S steckt beide in die Tasche. Sehr überraschend fand ich den enormen Geschwindigkeitsabfall den der Chinaböller erlebt, wenn man die stk500 Firmware des USB-AVRlab verwendet. Und über die Geschindigkeit beim Bus Pirate schweige ich lieber ;-)

Für den Hobbybereich ist die Geschwindigkeit natürlich komplett wurscht, aber interessant finde ich es dennoch. Der Chinaböller landet auf alle Fälle in meinem Bastelkit für unterwegs!


Montag, 30. Dezember 2013

Chinesischer AVR-ISP

Im Rahmen des chinesischen Advents-Kalenders habe ich u.a. eine Tüte voll USB-AVRISP Adapter gekauft. Im Gegensatz zu den meisten Programmern, die man in der Bucht findet steckt dieser in einem soliden und sehr schlanken Metallgehäuse und preiswert war er obendrein. Da er extrem klein ist, fand ich ihn perfekt als Begleiter, wenn man mal zum Basteln "on the road" ist. Hier ein Familienfoto und eine Nahaufnahme mit Flachbandkabel:

 
Also gleich mal anstecken:

[283553.080099] usb 5-2: new low-speed USB device number 2 using uhci_hcd
[283553.253147] usb 5-2: New USB device found, idVendor=03eb, idProduct=c8b4
[283553.253151] usb 5-2: New USB device strings: Mfr=1, Product=2, SerialNumber=0
[283553.253154] usb 5-2: Product: USBHID
[283553.253156] usb 5-2: Manufacturer: zhifengsoft
[283554.564881] generic-usb 0003:03EB:C8B4.0001: hiddev0,hidraw0: USB HID v1.01 Device [zhifengsoft USBHID] on usb-0000:00:1d.0-2/input0
[283554.564939] usbcore: registered new interface driver usbhid
[283554.564944] usbhid: USB HID core driver


Hm - ein HID device? Ich hatte jetzt eher mit ttyUSB oder sowas gerechnet - merkwürdig. Laut eBay Verkäufer wird das Ding von Progisp 1.72 unterstützt. Davon hab ich noch nie gehört und eine Google-Suche führt mich auf diverse, in elaboriertem Chinglish verfasste Seiten mit wenig vielversprechenden Screenshots voller fernöstlicher Schriftzeichen. Sowas will ich nicht haben, sondern meinen geliebten avrdude! Also weitersuchen. Die Beschreibung sagt etwas von USBasp - den kennt avrdude. Also testen wir das mal:

$ avrdude -p m328p -c usbasp -U flash:r:foo.dat:i
avrdude: error: could not find USB device "USBasp" with vid=0x16c0 pid=0x5dc

avrdude done.  Thank you.


Das war wohl nix - offenbar sollte der USBasp die ID 16c0:05dc haben und nicht 03eb:c8b4 wie mein chinesisches Kleinod (Typ: MX-USBISP-V3.00, 2013-03-15 laut silkscreen). Also mal nach der ID googeln. Aha - ich bin nicht allein mit meinem Problem: Das Ding ist zwar hardwaremäßig fast ein USBasp, aber das weiß seine Firmware nicht. Zu allem Überfluss kommt die originale USBasp Firmware nicht mit dieser Hardware klar - grumpf!

Also erst mal aufmachen - nur wie? So:

Einfach die Metallhülse in Richtung USB-Stecker schieben. Von innen bietet sich dann folgendes Bild:

Nach einiger Suche hab ich dann eine Lösung gefunden: im GreenPhotons-Blog von [uwezi] fand sich ein Eintrag zu genau dem Ding. Offenbar braucht die USBasp Firmware einen kleinen Tweak, um auf diesem Progammer zu laufen. Auf obiger Seite kann man auch eine bereits gepatchte Firmware herunterladen, falls man zu feige zum compilieren ist. Das folgende ist nicht auf meinem Mist gewachsen, ich gebe es aber hier wieder, damit zukünftige Leidensgenossen einen weiteren Anlaufpunkt bekommen:
  1. Zunächst besorge man sich die USBasp Firmware
  2. Dann muß diese leicht modifiziert werden:
    in main.c finden sich die Zeilen

    int main(void) {
      uchar i, j;

      /* no pullups on USB and ISP pins */
      PORTD = 0;
      PORTB = 0;
      /* all outputs except PD2 = INT0 */
      DDRD = ~(1 << 2);


    die letzte Zeile muss so verändert werden:
      DDRD = 0x00;
  3. Compilieren
  4. Metallgehäuse abziehen
  5. Auf der Unterseite der Platine finden sich zwei Kontakte, die mit "-> up <-" gekennzeichnet sind. Diese mit einem Stück Schaltdraht überbrücken. Nun ist das Ding im self-programming mode
  6. Mit einem anderen ISP-Programmer die neue Firmware flashen z.B.:
    avrdude -p m8 -c stk500v2 -P /dev/ttyACM0 \\
      -U flash:w:20130212_mega8_usbisp.hex:i
  7. Schaltdraht-Brücke raus, Gehäuse drauf
  8. Fertig
 Nun meldet sich das gute Stück korrekt als USBasp:

[285378.660075] usb 5-2: new low-speed USB device number 3 using uhci_hcd
[285378.832112] usb 5-2: New USB device found, idVendor=16c0, idProduct=05dc
[285378.832122] usb 5-2: New USB device strings: Mfr=1, Product=2, SerialNumber=0
[285378.832129] usb 5-2: Product: USBasp
[285378.832135] usb 5-2: Manufacturer: www.fischl.de


Und auch avrdude ist nun zufrieden:

avrdude -p m328p -c usbasp -U flash:r:foo.dat:i
avrdude: AVR device initialized and ready to accept instructions

Reading |###################################| 100% 0.01s

avrdude: Device signature = 0x1e950f
avrdude: reading flash memory:

Reading |###################################| 100% 5.26s

avrdude: writing output file "foo.dat"
avrdude: safemode: Fuses OK
avrdude done.  Thank you.


Sehr gut! Und zuguterletzt sei noch erwähnt, dass man angeblich auch mit unmodifizierter USBasp Firmware arbeiten kann, wenn man ein paar Lötbrücken vom Board entfernt - ich fand die Firmware-Modifikation aber eleganter.

Einsatz mit AtmelStudio

Im Gegensatz zu avrdude unterstützt AtmelStudio den USBasp nicht. Das heißt aber nicht, das der Programmer nicht dennoch zum Einsatz kommen kann! Zwei Lösungsmöglichkeiten habe ich gefunden:
  1. Eine stk500 kompatible Firmware auf den Programmer flashen (z.B. die von Christian Ulrich).
  2. avrdude unter AtmelStudio als externen Programmer einbinden. Auf microcontroller.net hat user [eduardo] hat eine Anleitung dazu verfasst.

Fazit

Ein netter kleiner Programmieradapter, der nach obiger Firmware-Transplantation durchaus empfehlenswert ist.

Sonntag, 22. Dezember 2013

Chinesischer Adventskalender

Es ist mal wieder so weit: Weihnachten naht! Glühwein und Lebkuchen überall und die Menschen mit den beiden X-Chromosomen wollen ständig auf Weihnachtsmärkte gehen. Aber es gibt auch Adventstraditionen für Nerds - bzw. wenn es sie nicht gibt muß man sie halt erfinden und das habe ich getan!

Ladies & Gentlemen voller Stolz präsentiere ich den chinesischen Adventskalender für Geeks. Und das geht so: So ca ab Anfang/Mitte November jeden Tag auf Ebay gehen und interessante Kleinigkeiten bei fernöstlichen Anbietern schießen. Z.B. Header-Pins, Jumper-Wires, USB2TTL Adapter, Mikrocontroller-Boards, ICSP-Adapter, Flachbandkabel, Wannensteckern, Crimpzangen, etc. etc. Und ab Anfang Dezember kommt dann fast jeden Tag der Postbote mit seinem Schlitten und man darf wieder ein Türchen Luftpolsterumschlägchen öffnen – große Freude!

Als Hintergrundmusik empfehle ich das beliebte Weihnachtslied "Stille Bucht".

Freitag, 6. September 2013

Defekte USB-Festplatte heilmachen

Heute habe ich mal wieder eine kleine Repair Story. Ein Bekannter hat mir eine defekte Samsung USB-Festplatte gegeben damit ich mal schaue, ob sie noch zu reparieren ist bzw. die Daten zu retten sind.

Schon von außen konnte man das Problem schnell erkennen: die mini USB Buchse war abgerissen und zwar gründlich – die seitlichen Lötstellen hatten die Massefläche mitgenommen und die Pins hingen krumm und schief ohne Gehäuse mehr oder weniger lose an ihren Lötstellen bzw. waren komplett abgebrochen. Das wird eine leichte Datenrettung dachte ich mir. Einfach die Platte aus dem USB Gehäuse nehmen, über SATA anschließen, Daten rüberziehen und ggf. ein neues USB-Gehäuse empfehlen – falsch gedacht! Meine Überraschung war nicht gering, als ich das Gehäuse geöffnet hatte: Da war kein SATA Anschluss – diese Platte hat wirklich selbst einen USB-Anschluss – direkt auf der Platine. Sowas hatte ich bisher noch nicht gesehen. Also doch versuchen, die abgerissenen USB-Buchse zu ersetzen. Als erstes habe ich mir mal eine neue Buchse besorgt, denn die abgerissene war definitv hinüber, so dass an wieder anlöten nicht zu denken war. Hier zunächst mal ein Bild der Unfallstelle:
Das sieht echt übel aus – oder? Als erstes habe ich mal die Platine ausgebaut, um vernünftig an den Operationsbereich heranzukommen und die Pin-Reste abgelötet, das Ganze etwas entfettet etc.
Und hier mein Reparatur-Zubehör – neue Buchse und Kraftkleber:
Also erstmal mit gaaaaanz wenig Lötzinn, einem Schluck Flussmittel und ruhiger Hand die neue Buchse auflöten. Echt fummelig! Und wirklich stabil ist das auch nicht, denn normalerweise wird so eine Buchse von den 4 Masse-Lötaugen gehalten. Und da die Massepads ja weg sind geht das nicht mehr, was zudem zur interessanten Frage führt, wie ich da wieder Masse drauf bekomme.
Letztlich habe ich mit Skalpell und Glasfaserradierer ein Stück Massefläche in der Nähe freigelegt und mit einem echt hässlichen Lötzinn-Blob angeschlossen.
Platine wieder einbauen und nun kommt also der spannende Moment! Gaaanz vorsichtig ein USB-Kabel anstecken, möglichst ohne diese fragile Buchsenkonstruktion gleich wieder abzureißen, an den Computer anschließen und hoffen, dass dessen USB-Schnittstelle nun nicht gebraten wird. Also sicherheitshalber über einen billigen USB-Hub...
Und siehe da – die Platte meldet sich!

[12023260.948923] usb 1-1.3: new high-speed USB device number 33 using ehci_hcd
[12023261.045519] usb 1-1.3: New USB device found, idVendor=04e8, idProduct=1f0a
[12023261.045529] usb 1-1.3: New USB device strings: Mfr=1, Product=11, SerialNumber=3
[12023261.045537] usb 1-1.3: Product: Samsung S2 Portable
[12023261.045543] usb 1-1.3: Manufacturer: JMicron
[12023261.045549] usb 1-1.3: SerialNumber: 00000011E09310500334
[12023261.046516] scsi7 : usb-storage 1-1.3:1.0
[12023262.082143] scsi 7:0:0:0: Direct-Access Samsung S2 Portable 2AR1 PQ: 0 ANSI: 2 CCS
[12023262.083804] sd 7:0:0:0: Attached scsi generic sg3 type 0
[12023262.084619] sd 7:0:0:0: [sdc] 1953524736 512-byte logical blocks: (1.00 TB/931 GiB)
[12023262.085358] sd 7:0:0:0: [sdc] Write Protect is off
[12023262.085366] sd 7:0:0:0: [sdc] Mode Sense: 28 00 00 00
[12023262.086136] sd 7:0:0:0: [sdc] No Caching mode page present
[12023262.086148] sd 7:0:0:0: [sdc] Assuming drive cache: write through
[12023262.089373] sd 7:0:0:0: [sdc] No Caching mode page present
[12023262.089383] sd 7:0:0:0: [sdc] Assuming drive cache: write through
[12023262.120260]  sdc: sdc1
[12023262.123727] sd 7:0:0:0: [sdc] No Caching mode page present
[12023262.123737] sd 7:0:0:0: [sdc] Assuming drive cache: write through
[12023262.123745] sd 7:0:0:0: [sdc] Attached SCSI disk


Und auch die hübsche blaue Aktivitäts-LED flackert beim Zugriff fröhlich vor sich hin:

Hab die prekäre Buchse ordentlich mit dem Kraftkleber umschmiert. Für den Alltagseinsatz wird das sicher nie mehr was, aber zumindest kann man nun in Ruhe die Daten kopieren.

Samstag, 31. August 2013

TFT zum Selbermachen

Jeder Bastler kennt das: Laptop von Frau/Freundin kaputt, neuen kaufen. Alten ausschlachten, weil wegwerfen will man ja nix. Man könnte ja mal irgendein Teil brauchen. Vor allem das schöne TFT Panel... 15 Zoll, 1024x768 4:3 matt - ziemlich old school aber trotzdem.

Tja leider kann man aber mit so einem Panel im Bastelbereich kaum was anfangen, da die Ansteuerung über LVDS-Signale mit einer irrwitzigen Bandbreite erfolgt. Mit Mikrocontrollet geht da nix und wenn man nicht gerade einen FPGA rumliegen hat mit dem man das Ding ansteuern könnte, dann hat man das Ding im Bücherregal stehen und muss seiner Frau erklären warum da schon wieder ein Teil mehr rumliegt... 

Ich wollt natürlich trotzdem das Panel irgendwie zum Laufen bringen - es wär ja sonst schade drum ;-). Es gab auch tatsächlich im Almighty Internet ein Controllerboard dafür mit VGA und DVI Anschluss, aber leider ziemlich teuer: 70EUR und ich wusste weder ob die Stecker passen, noch ob mein Panel überhaupt unterstützt wird. Das war mir dann doch zu heiß. Um das Geld krieg ich ja auch schon einen kompletten gebrauchten 15-Zoll TFT-Schirm - was aber nicht annähernd so reizvoll wäre, das verstehen aber nur Maker ;-). 

Auch im Embedded-Bereich für industrielle Anwendungen gibts solche Boards, aber auch teuer und Kompatibilität ist ungewiss. Schon die Steckerform und -belegung des LVDS-Anschlusses (gefühlt 100 Pins ;-)) sind eine Herausforderung - mangels Dokumentation aber wahrscheinlich eher zum Scheitern verurteilt.

Aberes gibt ja Ebay und schließlich entdeckte ich in China (wo sonst?) einen Händler der genau die richtigen Controllerboards hat! Sogar mit Kompatibilitätslisten für welche Panels es klappt. Super, eine DVI VGA Kombo um 30EUR versandkostenfrei direkt aus dem Reich der Mitte. 


5451-DVI-LCD-Controller-VGA-DIY-1920x1200-logic-Board-AD-Converter-LVDS-xbox-PC

Leider war mein Panel nicht in deren Liste: Hannstar HSD150PX11-B. Bei dem Preis ist aber die Fehlkaufschmerzschwelle schon fast unterschritten ;-). Trotzdem fragte ich einfach mal beim Verkäufer nach. Prompte Antwort, das mein Panel unterstützt wird - cool. Im Preis inbegriffen ist auch ein Inverter für die Hintergrundbeleuchtung und eine Menüplatine. Alle Stecker und die Firmware kommen passend für das Panel, das man bei der Bestellung angegeben hat - Beauty ;-). Nur noch 12V 4A Netzteil drauf - sowas hat man eh zuhauf daheim rumliegen - und ab gehts.

Funktioniert super - Thumbs up, it's a winner ;-). Dave Jones färbt langsam auf mich ab... Wie man auf dem Foto sieht hab ich auch eine nützliche Verwendung für das DIY-TFT - ich nehms als Schirm für meinen Raspberrypi. Das passt viel besser wie ein richtiger Bildschirm. Oh Mann, bin ich ein Nerd.



HP95LX frisch aus der Bucht

Ebay Beute reparieren

Ich sammle HP Taschenrechner. Ich weiß – nerdiger gehts nicht mehr, aber ich liebe die Dinger. Und vor kurzem habe ich in der Bucht ein Schnäppchen gemacht: ein HP95LX:

OK – eigentlich ist das kein Taschenrechner, sondern ein Taschencomputer, aber cool ist er trotzdem. Baujahr ca. 1991, Läuft unter DOS, hat unglaubliche 1MB RAM und ein mitgeliefertes Lotus123, sowie eine HP Taschenrechner Applikation. Wer kann da widerstehen frage ich!

Er ist in sehr gutem Zustand und funktioniert perfekt. Aber leider behauptete er auch nach einsetzen funkelnaglneuer Batterien, dass diese nicht mehr voll seien und auch der Batteriestandgraph zeigt es:
Hm - was ist da los? Ein bisschen Recherche brachte zu Tage, dass das "Low battery syndrom" eine typische Krankheit des HP95LX ist. Zahlreiche Posts handeln davon und empfehlen alle möglichen Batteriebeschwörungen: von Reboot, über das Schließen bestimmter Programme bis hin zu magischen Ritualen. Hat aber alles nix gebracht. Schließlich fand ich eine Seite, die die tatsächliche Erklärung inklusive Fix enthielt: Es gibt da einen 0.1µF Tantalkondenstor, der gerne mal den Geist aufgibt und gewechselt werden muss. Also Gerät zerlegt und auf Kondensatorsuche:
Der Schuldige ist der kleine Gelbe SMD Kondensator über dem Mintfarbenen Bauteil. Freundlicherweise ein Standardbauteil, das ich bei Völkner für sage und schreibe 24 Cent bekommen habe. Naja eigentlich 1,20 € wegen Mindestbestellmenge von 5 Stück. Aber dank Versandflatrate trotzdem billig :-)
Gesagt – getausch. Hier der Neue – noch feucht vom Flussmittel:

Und schon passt auch die Batterieanzeige wieder:

Mikroprojekt fertig! Endlich mal wieder was gebastelt, auch wenns nur eine Kleinigkeit war :-))

Nachtrag

Was mir übrigens noch aufgefallen ist: In meinem Rechner ist der Kondensator exakt andersrum eingelötet, als auf den Bildern der Website auf der ich die Lösung fand. Seltsam – verkehrte Polung?

Samstag, 30. März 2013

Servomotor-Tester #1: Bausatz und Messungen

Einleitung & Hintergrund

Nach langer Blogabstinenz  melde ich mich wieder zurück mit einem kleinen Beitrag über etwas Einfaches, das aber ziemlich nützlich und interessant ist: ein Modellbauservo-Tester. Hier lassen sich Theorie und Praxis lehrriech und gut untersuchen. Wollte immer schon so einen Servotester haben. Beim Pollin gibts den ganz günstig.

Ich werde den Bausatz kurz vorstellen und ein paar Messungen zu seiner Performance machen. Dann möchte ich noch dei Schaltung simulieren (das wird erst in einem 2. Beitrag passieren) und sehen, wie gut die Simulationsergebnisse mit der Realität übereinstimmen. Also eine schöne Möglichkeit an einem einfachen Projekt einiges auszuprobieren.

Schön verpackt, wie man es gewöhnt ist ;-)

Ist nix anders wie ein PWM-Generator mit 555er Chips (bzw. einem Dual 555 also ein556). Mit ein paar Widerständen einem Poti und ein paar Kondensatoren lassen sich prima PWMs damit machen - genau in dem Bereich, um einen Standardservo auf Funktionstüchtigkeit zu prüfen.

Ich verstehe immer nur PWM... Aber wie funktioniert so eine Servoansteuerung überhaupt genau. Zum Glück gibt es Wikipedia ;-):

Modellbauservos werden über eine Pulsweitenmodulation (PWM) angesteuert. Über die Breite der Pulse wird der Winkel, auf den der Servoarm gestellt werden soll, gesteuert. Gängig ist ein 50-Hz-Signal (20 ms Periodenlänge), welches zwischen 1 ms (linker Anschlag) und 2 ms (rechter Anschlag) auf High-Pegel und den Rest der Periodenlänge auf Low-Pegel ist. Viele Servos haben in diesem Wertebereich jedoch nicht ihre volle Bewegungsfreiheit ausgenutzt. Die Werte, bei denen der Servo ganz links bzw. rechts ist, können auch unterhalb 1 ms bzw. oberhalb 2 ms liegen. Die Periodendauer von 20 ms ist kein kritischer Wert und muss bei der Ansteuerung nicht genau eingehalten werden.
Das Ding besteht nur aus einer kleinen Platine und wenigen Teilen und ist schnell aufgebaut. Mein Sohn Julian (4 Jahre) hat natürlich gerne  dabei geholfen :-). Er durfte nach jeder Lötung die überstehenden Drahtstücke abzwicken.

Das sind tatsächlich alle Teile

Fertig aufgebaut und in Aktion

Die Aufbau- und Bedienungsanleitung inlusive Spezifikation und Schaltplan befindet sich bei Pollin als PDF zum Download. Dort finden sich folgende Angaben zu den technischen Daten:
  • Betriebsspannung: 6...12 V-, verpolungsgeschützt
  • Motorlaststrom max.: 2 A
  • PPM Bereiche: 0,9...2,2 ms (fein), 0,4...2,8 mm (grob)
  • PPM Periodenlänge: 20 ms (50 Hz)

 

 Windows 7: XP Mode Parallel Port

Das musste ich mir gleich mal auf meinem altertümlichen (aber für solche Dinge immer noch recht nützlichen) Voltcraft PSC64i Computer-Speichozsi mit Parallelportschnittstelle ansehen. Leider musste ich feststellen, dass es schon ein Wunder war, dass die dazugehörige Software unter Windows XP noch gelaufen war. Unter Windows 7 verweigert sie schlicht den Dienst. Zum Glück gibts den "Windows XP Mode" - eine virtuelle XP Maschine unter Windows 7 basierend auf Virutal PC.

Wie dem nun mal so ist - jeder Bastler kennt das, werden in der aktuellsten Version von Virtual PC leider keine Parallelports mehr unterstützt... *ggg*. Ich wollte mir keine andere virtuelle Maschine wie z.B. Virtual Box installieren - vor allem hätte ich dort auch XP von Hand installieren müssen... Also begann ich im Mighty-Web zu recherchieren - und siehe da, Virtual PC unterstützt Parallelports immer noch, nur können sie nicht mehr über die GUI aktiviert und konfiguriert werden. Aber direkt über die XML-Konfigurationsdatei der virtuellen Maschine schon. Einfach ein paar Zeilen dort reinkopieren und man hat den Parallelport :-). Glück gehabt.

Ich hab einige Zeit gebraucht, um den Parallelport in Virtual PC unter Windows 7 für den Windows XP Mode zum Laufen zu bringen. Daher zur Hilfe für andere eine Kurze Anleitung:
  1. Die Virtual PC Master Konfigurationsdatei für den Windows XP Modelokalisieren: C:\Users\userxyz\AppData\Local\Microsoft\Windows Virtual PC\Virtuelle Computer\Windows XP Mode.vmc
  2. Das ist ein xml-file. Im Tag <super_io> folgendes hinzufügen (und ggf. vorhandene <parallel_port> Tags ersetzen):
    <parallel_port>
    <port_shared type="boolean">false</port_shared>
    <port_type type="integer">0</port_type>
    </parallel_port>
    <parallel_port id="0">
    <port_name type="string">LPT1 (378h-37Fh)</port_name>
    <port_type type="integer">1</port_type>
    </parallel_port> 
Dann einfach den XP-Modus neu starten und die parallele Schnittstelle sollte zur Verfügung stehen.

Die Messungen 

 Die Oszi-Software ließ sich dann problemlos im XP-Mode installieren und läuft mit (gerade noch) akzeptabler Performance - aber sie läuft und erkennt auch das Oszi. Es lässt sich passabel damit messen. Die untenstehenden Bilder zeigen die Messergebnisse.

Zuerst hab ich mir angesehen, ob die Grundfrequenz der PWM-Ansteuerung passt. Die muss ca. 20ms sein, ist aber kein kritischer Wert: 18ms passen also. Dann hab ich die einstellbaren Wertebereich der Pulsbreiten verifiziert. In der Grobeinstellung sind es gemessene 2,75 bis 0.5ms, was im Rahmen der Toleranzen ganz gut zu den spezifizierten Werten passt. In der Feineinstellung messe ich 2,25 bis 0,88ms - auch das ist eine zufriedenstellende Übereinstimmung mit der Spezifikation.

Übersichtsplot: ca. 20ms Periodendauer
Grobeinstellung max. Pulsbreite: 2,75ms
Grobeinstellung min. Pulsbreite: 0,5ms
Feineinstellung max. Pulsbreite: 2,25ms
Feineinstellung min. Pulsbreite: 0,88ms
So, dass mal fürs erste. Ich wollte diesen Beitrag noch länger machen, aber es wird einen 2. Teil geben. Ich möchte nämlich die Schaltung analysieren und auch mit verschiedenen Tools simuliere: LTSpice, www.circuitlab.com und evt. National Instruments Multisim 11. Ich möchte die Schaltung wirklich im Detail verstehen und werde meine Erkenntnisse hier mit euch teilen.